Der Wilde Westen

Vom Goldrausch gefangen siedelten im neunzehnten Jahrhundert viele in den mittleren Teil der heutigen USA um. Diese Epoche in dieser Region blieb durch Banditen, Cowboys und Indianer als Wilder Westen in Erinnerung. In vielen Filmen und Serien wurde der Wilde Westen dargestellt. Im Vordergrund stand der Kampf zwischen Cowboys und Indianer. Schurken und Banditen waren gefürchtete Mitbürger und die Suche nach Gold war ein wahres Rauschmittel.

Goldgräberei

Als im Jahre 1848 in Kalifornien Gold gefunden wurde, entstand eine große Bewegung. Die Suche nach dem Glück schien Wirklichkeit zu werden. Aus nah und fern zogen neue Bewohner ins Land. Der Goldgräberrausch nahm fast wahnsinnige Züge an. Unzählige Menschen verließen ihre Heimat, um im westlichen Gebiet des Mississippis ein reiches Leben zu finden. Neue Siedlungen entstanden und Goldgräbercamps wurden errichtet. Die Einwohnerzahl Kaliforniens stieg innerhalb zwei Jahren um das Sechsfache.
In den Camps herrschte Chaos. Nicht ausreichende Hygiene führte zu Krankheiten. Banditen trieben ihr Unwesen und Schießereien waren an der Tagesordnung.
Minengesellschaften verdrängten nach und nach die Goldgräber, die ihr Glück dann auf anderen Arealen versuchten. Doch niemand dieser Goldgräber ist zu wirklichem Reichtum gekommen.

Von Schurken und Banditen

Nicht jeder war ein geborener Bandit, obwohl es auch solche dieser Art gab.
Durch den harten Überlebenskampf und auch durch die Konkurrenz blieb vielen nichts anderes übrig, als sich durch Gaunereien ein Überleben zu sichern.
So wurden Postkutschen, Banken und Züge überfallen, sowie Pferde und Vieh gestohlen. Wurde eine Person bekannt, die Gold gefunden hatte, so musste diese um ihr Leben fürchten, da sie nun zu den Opfern gehörte.
Cowboys, die arbeitslos geworden waren, und ehemalige Soldaten entschieden sich ebenfalls für ein Banditenleben.
Es gab aber auch Siedler, die nur wegen Gaunerei in die Goldgräberstätten umgesiedelt sind. Sie versprachen sich schnellen Reichtum.
Zu den bekannten Banditen oder Banden zählen die Dalton-Bande, Billy the Kid, Jesse James und Butch Cassidy.

Cowboys

Geschichte schrieben die Cowboys ungefähr von 1860 bis 1880. Diese relativ kurze Zeit war jedoch so intensiv, dass sie heute noch Thema von Film und Fernseh ist.
Durch die Millionen an verwilderten Longhorn-Rindern, die es seit Ende des Bürgerkriegs gab, mussten Cowboys eingestellt werden, die diese Herden führten.
Im Norden waren diese Rinder mehr wert als im Süden. Somit war es nötig, große Herden von Süd nach Nord zu treiben.
Die Arbeit war keine leichte. Entlaufende Tiere mussten eingefangen werden und die Herde zusammengehalten werden. Die Aufgabe der Brandmarkung gehörte ebenso zum Leben eines Cowboys wie das Abwehren von Viehdieben, Raubtieren und Indianern.
Sie besaßen meist nicht mehr als ihr Pferd, den Sattel, ein Gewehr und ein Lasso. Ihr Bestand an Kleidung war das, was sie trugen.
Im Winter gab es meistens keine Arbeit und so blieben sie in Siedlungen. Dort kam es nicht selten vor, dass sie ihren schwer verdienten Lohn in Saloons oder beim Pokerspiel ausgaben.
Verarmte oder arbeitslose Cowboys wurden nicht selten zu Banditen, da sie keine andere Möglichkeit zum Überleben hatten.
1895 war das Ende der Ära der Cowboys. Die Einfuhr von Texas-Rindern wurde verboten und die Eisenbahn übernahm den einfacheren Transport der Herden.
Foto: Evgeny Dubinchuk – Fotolia

Tags: , , , ,