Die Besiedelung Amerikas

Die Vermutung, dass die ersten Siedler aus Sibirien über die Beringstraße nach Amerika kamen, scheint die wissenschaftlich belegte zu sein. Genaue Fakten zur Besiedlung von Amerika gibt es bis heute nicht. Immer noch ist umstritten, welche These die richtige ist. Die der Beringstraße könnte jedoch die passende sein. Menschliche Knochenfunde von sibirischen und nordamerikanischen Ahnen sind sich sehr ähnlich und weisen auch genetische Übereinstimmungen auf.

Beringia und die Übersiedlung nach Amerika

Man geht davon aus, dass ein Überleben auf Beringia ein schwieriges Unterfangen war.
Die heutige Beringstraße zwischen Asien und Amerika war damals, vor vielen Tausend Jahren, eine Landbrücke, die sich Beringia nannte. Diese eisfreie Fläche entwickelte sich zu einer Grassteppe. Durch Klimaveränderungen wurde Beringia vom Meer überspült. Eine Übersiedlung war dann zu Fuß nicht mehr möglich.
Wahrscheinlich fand die Umsiedlung vorher statt. Durch das karge Nahrungsangebot versuchten die Menschen den Mammuts zu folgen, in der Hoffnung sie erlegen zu können. So folgten sie den Spuren, die immer weiter entlang der Gletscher führten. Der Weg verlief weiter über die Grassteppe und schließlich landeten sie in der sogenannten Neuen Welt: Amerika. Dies muss, nach den Funden zu urteilen, vor circa elftausend Jahren geschehen sein.

Verbreitung

Nach der Übersiedlung begann die Verbreitung wahrscheinlich im Süden Amerikas. Die Menschen passten sich den neuen Bedingungen an und fingen an Felder zu bestellen. Somit wurde nicht nur von der Jagd gelebt, sondern man aß auch Fische, gesammelte Pflanzen und Kräuter und die Früchte der Felderträge.
Die indianische Kultur begann sich zu splitten, auch durch unterschiedliche Lebensweisen, die in der neuen Welt nun möglich war.
Es gibt noch andere Thesen über die Ausbreitung. Keine ist sicher belegt und auch neuere Forschungen brachten noch keine eindeutige Aufklärung.
Ebenso wird von vier Wellen – vier Zeitepochen – geredet, in denen Übersiedler den amerikanischen Kontinent betraten.
Sicher ist, dass etwa tausend nach Christus die Wikinger nach Amerika kamen und sich in Neufundland niederließen.
Von wo aus und durch wen sich nun eine Ausbreitung der Siedler auf den süd- und nordamerikanischen Kontinenten einstellte, kann mit keinen genauen Daten benannt werden.

Die Zeit nach Kolumbus

Nachdem 1492 Kolumbus Amerika “entdeckt” hatte, folgten immer mehr Übersiedler aus Europa. Vor allem die Suche nach Reichtum brachte immer mehr Menschen dazu, nach Amerika zu kommen. Kolonialisten nahmen sich das Recht heraus, Land der Indianer einzunehmen, um sie für ihre Zwecke zu nutzen.
Erst als langsam deutlich wurde, dass Gold und andere wertvolle Funde nicht so reich gesät waren, wie man glaubte, wurden neue Siedlungen errichtet.
Für die Indianer war das die Zeit, in der ihre Vernichtung begann. Das Christentum wurde eingeführt und sollte zum Maßstab aller Glaubensgesetze werden. Missionare versuchten sich an der Arbeit, auch die Indianer zu bekehren. Europäische Krankheiten breiteten sich aus, an denen unzählige Indianer starben. Durch Versklavung und Kriege wurden weitere Stämme vernichtet. Neue Sklaven wurden gebraucht und so wurden erste afrikanische Sklaven in Amerika eingeführt. Amerika wurde also immer mehr besiedelt, aber die Indianerstämme wurden schlichtweg dezimiert und denunziert. Heute leben Indianer größtenteils in Reservaten. Ihren ehemaligen Lebensstil haben sie jedoch seit der Kolonialisierung nicht mehr führen können.

Foto: Rupert Maier – Fotolia

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