Indianerstämme

Alleine in Nordamerika zählt man noch heute hunderte Indianerstämme. Die meisten Stämme umfassen Unterstämme, die teilweise wieder untergliedert sind.
Außerdem gibt es in Mittel- und Südamerika weitere Indianerstämme. Wenn von einem Stamm die Rede ist, so bedeutet es nicht, dass dieser Stamm stets in dieser Formation gelebt hat. Durch Gruppenspaltungen oder dem Anschluss an einer anderen Gruppierung gab es bei den Stämmen der Indianer immer wieder Umgestaltungen. Zudem werden viele Stämme unterschiedlich bezeichnet. Einige allgemein bekannte Völkergruppen werden hier vorgestellt.

Inuit

Die in der Arktis und in Grönland lebenden Völkergruppen werden Inuit genannt. Der Oberbegriff Eskimos ist den meisten eher bekannt, obwohl das kein Ersatzbegriff für Inuit ist.
Inuit ist ein alternatives Wort für das ursprüngliche Inuktitut, das übersetzt Mensch heißt.
Bis heute ist es eine jagende Völkergruppe, die sich vor allem auf die Jagd von Meeressäugetieren spezialisiert hat. Um genügend Nahrungsmittel zu erhalten, waren sie ein Nomadenvolk. In Zeiten, in denen es genügend Jagdvorkommen gab, blieben sie an einem Ort.
Hundeschlitten und Kajaks gehörten zu ihren Fortbewegungsmitteln. Heute sind die Inuits an das moderne Leben angepasst. Der Hundeschlitten ist durch motorisierte Schlitten ausgetauscht und das Nomadenleben ist bereits seit den sechziger Jahren vorbei.

Sioux

In Nordamerika gab es zwei große Gruppen der Sioux, unterteilt in östliche und westliche Sioux. Diese beiden Gruppen waren wiederum in Untergruppen aufgeteilt. So gibt es zwar mehrere Stämme der Sioux, die sich aber als Einheit begreifen. Vor allem bei der Kriegsführung oder Büffeljagd schloss man sich als Gemeinschaft zusammen.
Siouxmänner waren gute Krieger, wobei ein Skalp eine Trophäe darstellte, die Mut und Tapferkeit bewies. Der Glaube dieses Stammes war geprägt durch viel Mystik. Sie lebten in Tipis, verließen diese jedoch im Frühjahr, um auf Nahrungssuche zu gehen. Dabei wurden Früchte gesammelt und Wild erlegt. Gleichzeitig zog man in höher gelegene Gebiete, um die Sommermonate dort zu verbringen. In der heißen Jahreszeit wurden dann viele Zeremonien veranstaltet, die mit ihrem Glauben zusammen hingen.
Im Jahre 2000 wurden noch mehr als 150 000 Siouxangehörige gezählt.

Apachen

Das Wort Apache bedeutet übersetzt Feind. Sie waren bekannt und gefürchtet durch ihre Kriegszüge in Nordmexiko. Als die Spanier Feuerwaffen und Pferde nach Amerika brachten, übernahmen die Apachen schnell diese beiden Neuheiten, um dann gegen die Siedler zu kämpfen.
Dieser Volksstamm ist auch in mehrere Untergruppen gegliedert und war ursprünglich ein Volk von Jägern und Sammlern.
Heute leben sie größtenteils als Viehzüchter und die Anzahl der Apachen ist auf siebentausend geschrumpft.

Shoshonen

Die Shoshonen wurden als Volk des vielen Grases bezeichnet. Sie lebten in Hütten, die aus Gras gebaut waren, und ernährten sich zudem von vielen Gräsern und Wurzeln.
Sie gehörten zu den Jägern und Sammlern. Nachdem die Spanier Pferde in Nordamerika einführten und diese sich rasch vermehrten und verbreiteten, domestizierten die Apachen Pferde und gingen mit ihnen auf Bisonjagd.
Die Shoshonen bestehen aus vielen kleinen Untergruppen, die alle unabhängig sind. Es gibt also keinen einheitlichen Stamm der Shoshonen.

In Mittel- und Südamerika sind vor allem die Azteken, Mayas und Inkas bekannt. Die Mayas werden bis heute für ihre hoch entwickelte Kultur geschätzt und besonders ihr Kalender gibt den Wissenschaftlern viele Rätsel auf. Heute leben Nachfahren der Mayas in Belize, Honduras, Guatemala und auf Yucatán.

Foto: Josef Müllek – Fotolia

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